ERFOLGSGESCHICHTEN
![]()

Mirka – eine empörte Hundepredigt
Liebe Mitglieder vom Tierschutzverein „Insel Usedom“ !
Nein, das war die falsche Anrede !!
Ihr habt mich tatsächlich komplett vergessen !!!
Ich bin
enttäuscht, traurig, beleidigt, in meiner Hundehre zutiefst getroffen. Dicke Tränen
habe ich vergossen, dass mich sogar das Katzenvolk getröstet hat.
Wollt Ihr
wissen, was los war ?
Frauchen war auf der Suche nach einem Zweithund für eine Freundin auf Eure Webseite gestoßen. Soweit so gut.
Sie fand darauf
mehrere rührende Vermittlungsgeschichten, aber nicht ein einziges Wort von mir !
Wir waren empört,
ich war in meiner tiefsten Hundeseele verletzt, habe mich in mein Körbchen
gelegt und bitterlich geweint.
Wusstet Ihr denn
nicht, dass ich in letzter Zeit zwei Mal richtig krank war und sogar Operationen
über mich ergehen lassen musste? Und dann vergesst Ihr mich einfach, anstatt
mich mal ein bisschen zu trösten ? Das gehört sich nicht.
Mogli riet mir, dass ich mal richtig auf den Putz hauen und meine Geschichte selbst erzählen solle. Er hatte recht, und darum werde ich das jetzt auch tun.
Frauchen
war 1995 das erste Mal in Polen und machte von dort aus einen Abstecher nach
Zinnowitz. Vor den hochherrschaftlichen Villen musste sie dann die vielen
herrenlosen, teilweise sehr kranken Katzen entdecken, die dort vor sich
hinvegetierten. Zwei Tage lang hat sie die ausgehungerten Katzen dort gefüttert
und beschloss, etwas zu unternehmen.
Über Umwege
lernte sie dann Frau Sieger kennen. Frauchen spendete Geld an den
Tierschutzverein und Frau Beyer bedankte sich sehr herzlich bei ihr.
Im Jahr 2000 ging die alte Schäferhündin Bijou über die Regenbogenbrücke und meine Leute wollten wieder eine neue Hündin bei sich aufnehmen. Sie suchten verzweifelt nach einer wachsamen, Schäferhündin im besten Alter, die sich noch dazu mit Katzen verstehen sollte.
Wo gibt es denn
so etwas, sehr schwer zu finden.
Nach drei Wochen riefen meine Leute Euch an, ich hieß damals noch „Judy“ und war ein Notfall im Tierhof Wolgast.
Man testete mich, ob ich mich mit Katzen vertrüge, diesen Test bestand ich problemlos, da mich zum damaligen Zeitpunkt ein Rüde wesentlich mehr interessiert hätte als das gesamte Katzenvolk.
Eines Tages standen zwei fremde Wessis vor der offenen Zwingertür, eine der Katzen flanierte an mir vorbei und man begutachtete mich, was mir nicht das Geringste ausmachte. Wenn jemand extra 800 km auf sich nimmt, um mich kennen zu lernen, muss man sich von seiner Schokoladenseite zeigen, natürlich auch auf dem Spaziergang, den man mit mir machte.
Kurzum, Herrchen unterschrieb den Vertrag. Am gleichen Abend traf man sich mit Frau Sieger und am darauffolgenden Tag kamen Herrchen und Frauchen mit Frau Beyer um mich mitzunehmen. Es liefen Tränen der Rührung, ich jedoch hatte einfach nur eine furchtbare Angst, wollte nicht weg vom Tierhof Wolgast und fürchtete mich sehr während der langen, langen Autofahrt.
Zu Hause
angekommen erwartete mich ein Schock, da waren 3 Katzen, die mir entgegenkamen.
Natürlich musste ich sie richtig anbellen und anknurren. Ich hatte zwar immer
genug zu fressen, das hielt mich jedoch nicht davon ab, in den darauffolgenden
Tagen den Inhalt des Mülleimers im Haus zu verteilen, Herrchens Sandalen zu
zerfetzen, drei Paar von Frauchens Schuhen zu vernichten und zu guter letzt noch
einige Kabel zu zerbeißen.
Etwas später wurde Frauchen sehr, sehr krank und musste für sechs Wochen ins Krankenhaus. Ich bin mitgefahren und passte auf das Auto auf. Ich konnte Herrchen in der Zeit sehr trösten.
Frauchen war
nach dem Krankenhausaufenthalt eine Weile zur Kur, und als sie dann endlich
wieder zu Hause war, begann es uns allen wieder besser zu gehen.
Es gefiel mir immer besser und bald begonnen, das Haus, meine Menschen, das Auto und sogar das Katzenvolk zu verteidigen. Man hat mir auch endlich einen vernünftigen Namen gegeben – Mirka.
So verging die Zeit. Als wir vier Jahre nach dem Umzug in meine neue Familie einmal in Peenemünde vorbeikamen, dem Ort, von dem ich ja ursprünglich kam, wollte ich nur noch ins Auto und nach Hause. Diese schreckliche Vergangenheit interessierte mich nicht mehr, ich lebe lieber in Wesel bei meiner Familie, da geht’s mir richtig gut.
Mirka